Das Gesicht der Jungen Fotografie in Europa
Was ist eigentlich „Junge Fotografie“? Und wie sieht sie aus?
Um diese Fragen zu beantworten, veranstaltet der gemeinnützige Pariser Verein Fetart jährlich das europäische Festival für Junge Fotografie, Circulation(s). Dabei werden die Arbeiten europäischer Fotografen vorgestellt, die mit ihren Werken das Bild der Jungen Fotografie in Europa prägen.
Bereits zum dritten Mal lanciert Fetart nun das Festival unter der Schirmherrschaft von Francois Cheval, Direktor des Museums Nicéphore Niepce. Es wird im Februar und März 2013 stattfinden und insgesamt zwanzig ausgewählte Künstler präsentieren, die mit ihrem Treffen den Stand der zeitgenössischen europäischen Fotografie darstellen.
Im Vorfeld sind dazu alle europäischen oder in Europa wohnhaften Fotografen aufgerufen, ihre Arbeiten einzusenden. Sie sollten am Anfang ihrer schöpferischen Karriere stehen und können bis zum 20. September 2012 ein Portfolio mit bis zu 15 Papierabzügen einer Fotoserie einreichen. Das Thema ist frei wählbar und freistehende Fotografie-Installationen sind ebenfalls willkommen. Eine Jury wird die Arbeiten nach ihrer Qualität und künstlerischen Kohärenz beurteilen.
Das stets wandelbare Gesicht der Fotografie zu entdecken, ist aber nicht alleiniges Ziel der Ausschreibung. Darüber hinaus sollen junge aufstrebende Künstler gefördert und ihnen der Zugang zum Kunstmarkt eröffnet werden. So wurden schon in der Vergangenheit Talente entdeckt, deren Arbeiten nun in Galerien ausgestellt, von Agenturen angefragt oder auf internationalen Messen gezeigt werden.
Mehr dazu auf: www.festival-circulations.com

Amélie Chassary und Lucie Belarbi aus Frankreich inszenierten Charaktere in Situationen alltäglicher Rituale und Familientraditionen und bekamen die Auszeichnung „Artiste SFR Jeunes Talents 2012“

Eugenia Maximova aus Bulgarien zeigte Küchen in Häusern auf dem Balkan. Sie seien nicht nur Herz und Seele der Häuser, sondern auch ein Spiegelbild der Balkan-Gesellschaft. Die Fotoserie wurde in die „Sélection du Jury et de Fetart 2012“ aufgenommen.

Lia Darjes fotografierte Deutsche, die zum Islam konvertiert sind und wurde in die „Sélection du Jury et de Fetart 2012“ aufgenommen.
Paris – aufreizend und weise
Bild: Gianni Berengo Gardin, 1954.
Nur in Paris konnte der letzte Tango getanzt werden, Rick und Ilsa aus dem Film „Casablanca“ zusammenkommen und sich Liebende unter der Brücke Pont Neuf finden. Keinesfalls lassen sich Städte wie London oder Rom an ihre Stelle setzen. Eine Ausstellung im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg zeigt bis 8. Januar 2012, was sich über Jahrzehnte hinweg rund um den Eiffelturm abspielte.
Fritz Henle „Street Dancing (Paris)“, 1938
Der Titel „Eyes on Paris“ erinnert an einen der Berühmtesten unter ihnen, Brassaï, der das Auge von Paris genannt wurde. Neben den unvermeidlichen küssenden Paare sieht man städtische Kultur par excellence. Der Philosoph Walter Benjamin etwa betrachtete Paris als einen großen Bibliothekssaal, der von der Seine durchströmt wird. Tatsächlich gab sie der neueren Kunst- und Kulturgeschichte wichtige Impulse, die von 1890 bis heute nachzuverfolgen sind.
Die Ausstellung zeigt zu diesem Zweck sieben Routen auf, die durch diese urbane Bibliothek geleiten. Man macht einen Rundgang zu ihren Monumenten, erinnert sich an berühmt-berüchtigte Avantgardisten oder erlebt eine Kunstform, die auf den Boulevards von Paris erstmals erfunden wurde: das Flanieren. Weitere Titel lauten „Fremde Neugier“, „Metropole der Zeichen“, „Fotografierende Autoren“ und „Revision eines Mythos“. Reiseleiter sind Eugène Atget mit seinen Langzeitaufnahmen, der Klassiker Robert Doisneau, Bettina Rheims mit lustvollen Anblicken, der eher nüchterne Andreas Gursky und viele andere.
Wasserspeier auf der Kirche Notre Dame von Andréas Lang, ein so genannten Gargouille. Die Aufnahme wirkt historisch, doch ist der Künstler 1965 geboren, das Foto wurde 2009 im Bildband „Sous les Ogives“ publiziert. Der Wasserspeier war nebenbei schon im späten Mittelalter nur Ornament und ist heute eine Betonkopie.
Ballspielender Priester von Birgit Hvidkjær, die sich in Frankreich Anna Birgit nennt. Das Bild erschein 1970 im Buch „Paris uden Eiffeltårn“ („Paris ohne Eiffelturm“).
Familie eines Flussschiffers, fotografiert von Gianni Berengo Gardin, 1954 publiziert.
Fotos der Woche #4: rendez-vous à Paris
Wir zollen heute der Lichterstadt unseren Tribut! Dieser besteht zwar “nur” aus schlichten Schwarzweißaufnahmen. Doch reicht die Palette aus, die Straßen von Paris glanzvoll wiederzugeben. Damit hebt sich diese Bildergalerie elegant von der letzten ab, die mit bunten Farben prunkte.







































