Browsing articles tagged with " Fotografen"
Dez 16, 2011
admin

Fotos der Woche #14: Bildererstellung über Google Street View


Saint-Nicolas-de-la-Grave, Frankreich

Aaron Hobson ist ein amerikanischer Fotograf, der gerne reist. Wenn möglich, dann sind es ausgiebige Touren, ohne das Haus zu verlassen.
Tatsächlich ist Aaron schon viele Stunden durch den “Google Street View” Service gereist – immer auf der Suche nach dem einen besonderen Bild, das man auf den ersten Blick übersehen würde. Vielleicht auch nach Fotos, die bislang nur wenige Menschen betrachtet haben, weil es Plätze und Orte jenseits der üblichen Sehenswürdigkeiten sind. Oder es sind Fotos, die einfach in der riesigen Anzahl der Bilder untergehen, die von den automatisierten Kameras der “Google Street View”-Autos aufgenommen werden.
Aaron kam diese Idee, als er auf der Suche nach neuen Orten für sein nächstes Shooting war. Schließlich beendete er die Suche und erfasste die Bilder der Orte direkt von Google. Danach überarbeitete er die Fotos vorsichtig in Adobe Photoshop, etwa um einen Schattenbereich aufzuhellen oder um ihnen eine ganz dezente Einfärbung zu geben.
Diese Ergbenisse sammelte er in seiner Fotoreihe “Cinemascapes”, die ausgesprochen interessant ist. Was haltet Ihr davon?

Utsira, Norwegen


De Aragon (Aragonien), Spanien


Posada de Valdeón, Spanien


Viviens, Frankreich


Okinawa, Japan


Inverallochy, Schottland


Route 17, Südafrika


Sao Joao Del Rei, Brasilien


Saska, Tschechien


Huautla, Mexico


Crotone, Italien


Dog’s Island, Irland


Morrone Del Sannio, Italien

Direktlink zu Aaron Hobsons Website

Dez 13, 2011
admin

Wunderschönes Zeitraffervideo von Lanzarote


Wer zur Zeit nur von Ferien oder davon träumen kann, sich für ein paar Tage einfach auszuklinken, sollte sich das beeindruckende Video von Menilmonde besser nicht ansehen. Die beiden besser als Claire und Max bekannten Fotografen haben es auf der Kanareninsel Lanzarote produziert. Und um nur einen kleinen Eindruck vom notwendigen Aufwand zu geben: Für die Erstellung dieses Zeitraffervideos produzierten sie 300 Gigabyte an Bilddaten.
Wer sich auf den Feriengeschmack bringen will, der sollte den Film natürlich in Vollbilddarstellung und HD-Auflösung anschauen.


Die Fotografen Claire und Max, die uns diese schönen Bilder präsentieren, sind übrigens glückliche Globetrotter!

In ihrem Blog findet man noch viel mehr Details zu ihrer Reise (in französischer Sprache).

Dez 12, 2011
admin

Absurdes Theater besuchen

Der Flug des Ikarus

Der Franzose Gilbert Garcin nutzt Aufnahmen, um sie als Bühne für sich selbst zu gestalten. Genauer gesagt, lässt er in ihnen sein Alter Ego „Mr. G“ auftreten, einen schrulligen alten Mann. Dieser taucht in immer neuen Verkleidungen auf.
Gilbert Garcin wurde 1929 in Frankreich geboren und lebt in Marseille. Seine fotografischen Auftritte gestaltet er liebevoll wie Momentaufnahmen aus einem Theaterstück. Das Finale darf sich der Betrachter selbst ausmalen. Garcin sagte in einem Interview im Magazin Schwarzweiss (Ausgabe 53, 2006) dazu: „Hinter meinen Bildern liegen aber keine zu Ende geschriebenen Geschichten, ich versuche lediglich Räume zu schaffen, in die der Betrachter seine eigenen Vorstellungen projizieren und sein eigenes Abenteuer erfinden kann.” Bis zum 30. März 2012 kann man sich in der Kölner Galerie “Infocus” an den Kabinettstücken erfreuen.

Die Unterbrechung

Unterwegs

Die Tretmühle des Vergessens

Die Gefahr der Bilder

Sep 26, 2011
admin

Vom Meister lernen

Der Fotograf Henri Cartier-Bresson fing seine Motive scheinbar ebenso mühelos wie perfekt ein. Neben seinen Werken sind auch manche seiner Zitate bekannter als die des Großen Vorsitzenden Mao. Der Mann ist schlicht DIE Fotografenlegende. Bis 13. Mai 2012 stellt das Kunstmuseum Wolfsburg unter dem Titel “Die Geometrie des Augenblicks” Landschaftsaufnahmen vor, die Cartier-Bresson selbst ausgewählt hatte. Wie aber schaffte er es, im Bruchteil einer Sekunde die Welt so vollkommen festzuhalten?

Vielfach herrscht der Irrglaube, nur mit einer entsprechenden Ausstattung würde auch große Kunst gelingen, etwa mit einem dicken Objektiv samt teurem Body. Zwar zog Cartier-Bresson nicht mit der schlichten Box-Kamera seiner Kindertage los, sondern immerhin mit einer Leica M. Doch bei Licht besehen war die resultierende Bildqualität gelegentlich lausig. Willy Ronis, ein Weggefährte von Cartier-Bresson, meinte einmal: Für ihn wäre es undenkbar gewesen, so unscharfe Bilder abzuliefern. Das war es sicherlich nicht, was Cartier-Bressons Erfolg ausmachte.
Einer seiner vielen Zitat lautet: „Für mich ist die Fotografie die Anerkennung eines Rhythmus von Flächen, Linien und Tonwerten“. Diese Schule des Sehens begann er als 18-jahriger, als er an der Akademie für Malerei die Kopien großer Meister geometrisch ausmessen musste. Von dieser scheinbar öden Lehrzeit sagte er später, der Gründer der Schule, Andre Lhote, habe ihm „das Lesen und Schreiben“ beigebracht. Wie frühe Fotografien aus den 1920er Jahren belegen, studierte Cartier-Bresson zudem eingehend Materialien, Umrisse und ungewöhnliche Perspektiven.
Die Kriegsgefangenschaft und Flucht in den Jahren 1940 bis 1943 bereicherten sein Werk um eine weitere Komponente: Cartier-Bresson will nicht nur gelungene Kompositionen gestalten, sondern auch über Menschen berichten. Über diese Entscheidung sagte er:„Vor dem Krieg habe ich rumgespielt, erst nach dem Krieg bin ich Reporter geworden.“.

Der amerikanische Schriftsteller Truman Capote schilderte einmal, wie er Cartier-Bresson auf „Menschenjagt“ erlebte: „Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich ihn bei der Arbeit in einer Straße von New Orleans beobachten konnte, er tanzte die Straße entlang wie eine aufgeschreckte Libelle, drei große Leicas schaukelten an ihren Riemen um seinen Hals, die vierte klebte am Auge.“ Ein weiteres Geheimnis seiner exquisiten Aufnahmen ernüchtert manche Anhänger seines Genielkults, wenn man es lüftet: Die legendären Fotos sind die Auslese von unzähligen misslungenen Werken. Beispielsweise war er 1954 für zehn Wochen in der Sowjetunion. In dieser Zeit schoss er 10.000 Bilder! Er konnte aber auch anders: Als er den Schriftsteller Ezra Pound porträtierte, kauerte er anderthalb Stunden in totalem Schweigen da. Beide sahen sich in die Augen, und es macht nur sechs mal Klick.

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