In alte Fotos spazieren
Ein eigentlich flaches Foto lässt sich tatsächlich wie ein eine dreidimensionale Welt betreten. Ein Video zeigt eindrucksvoll, wie dieser Eindruck hervorgerufen wird. Es ist das Werk von Miklós Falvay, das eine präzise Bearbeitung erforderte. Er nahm sich Fotos aus dem Jahr 1931 vor, die er mit der Software “Blender” aufbereitete. Diese bietet einen erstaunlichen dreidimensionalen Effekt, den sie “mapping 3D” nennt. Ähnliches vollbrachte auch die kostenlose Software „gltip“, die aber komplett aus dem Netz verschwunden scheint.
Das Video entstammt einem längeren Film namens “Motalko”, der die erste ungarische Tankstelle dokumentiert. Miklós arbeitet mittlerweile an einem neuen Film, der dem berühmten Fotografen Robert Capa gewidmet ist. Man kann sich vorstellen, wie spektakulär es sein wird, sich fast „leibhaftig“ in die weltweit berühmten Fotografien hineinzubegeben.
Die Idee lässt sich ausbauen: Nur ein Jahr später entstand eine ebenfalls legendäre Fotografie, “Mittagessen auf der Spitze eines Wolkenkratzers” von Charles Ebbets. Dank dieser Technik könnte sich jeder schön ausmalen, wie er zusammen mit den Jungs in luftiger Höhe sein Essen genießt: 200 Meter über dem Boden auf dem General Electric-Gebäude des Rockefeller-Center.

Risikofreudige könnten auch ein virtuelles Nickerchen halten wie etwa im Foto “Ausruhen auf einem Stahlträger”.
Das Fotoprojekt “Stellar” wirbelt Sternstaub auf

Der amerikanische Fotograf Ignacio Torres brachte eine geradezu himmlische Bilderserie heraus, die den Namen “Stellar” trägt. Das Projekt basiert auf der Theorie, dass die menschliche Spezies aus kosmischer Materie besteht, die wiederum durch den Tod eines Sterns entstanden ist. Der Fotograf erschuf eine Vorstellungswelt, die diese kosmische Geburt vorführt, wofür er sich ganz irdischer Mittel bedient. So etwa benutzt er Staub und glitzerndes Konfetti, um Galaxien zu kreieren. Aus den Partikeln treten ausdrucksstark organische Körper hervor. Es sind die menschlichen Akteure hervor, die die Komposition abrunden. Damit ist die überirdische Schöpfung überzeugend dargestellt.
Die Menschen wirken so, als wären sie in einem Zeitfenster eingefroren. Dieser Eindruck wird durch einen besonderen Effekt unterstützt: Eine Animation, die an die beliebten Wackelbilder erinnert, erzeugt eine räumliche Wirkung.
Die Hintergründe des Projekts mögen etwa abstrakt wirken, so als trüge Ignacio Torres auch seinen Kopf in den Wolken. Aber seine fotografischen Qualitäten sind außerordentlich. Abgesehen davon war es ziemlich gewieft, einen 3D-Effekt einzusetzen, wie ihn die animierten GIFs hervorrufen.
Die gesamte Bilderserie lässt sich auf der Website des Fotografen bewundern.




























